Schon lange bestand der Wunsch einen Biohof zu besuchen und nachdem wir beim Ringstedtenhof waren und einiges über Biolandwirtschaft erfahren haben, wollten wir aber doch noch einen „echten“ Betrieb kennenlernen. Da kam uns der Wettbewerb gerade recht.
Am 11.Juli war es dann soweit, wir fuhren zum Demeter-Betrieb Gut Rothenhausen bei Lübeck und befragten den Ackerbauern Philipp Hennig dazu, welche Rolle die Arten-Vielfalt auf dem Hof spielt.
Es folgten weitere „Expeditionen“ per Fahrrad, auf denen wir auf verschiedenen Weiden des Hofes so viele Tiere und Pflanzen bestimmt haben, wie wir konnten.
Am 19. Juli waren es auf der Ziegelweide, besonders am Rand zur Bachschlucht der Quadebek hin,
21 Tierarten wie Grasfrosch, Erdkröte, Gemeiner Grashüpfer und Zitronenfalter und
45 Pflanzenarten, z.B. Sauerampfer, Spitzwegerich, Wiesenwachtelweizen und Pfennigkraut.
Am Ende der Sommerferien (06. September) fanden wir auf der Dorfweide, die extensiv bewirtschaftet wird
27 Tierarten, z.B. Kranich, Vierfleckkreuzspinne, Sumpfschrecke, Landkärtchen (auf Bachminze), Binsenschmuckzikade und Heidelibellen bei der Paarung und
40 Pflanzenarten mit so tollen Namen wie Trompetenbecherflechte, Stinkender Storchschnabel, Geflügelte Braunwurz und Schmalblättrige Berle
Und wir haben uns noch ein drittes Mal am Ende des Sommers auf die Räder geschwungen:
Am 27.September bestimmten wir auf der Weide Branden Ost, auch wieder vor allem an den Rändern zum Knick und zum Graben
20 Tierarten wie den Großen Pappelblattkäfer, ein Zwitscher-Heupferd, Wiesengrashüpfer und blaue Schmeißfliege (ja, es lagen noch Kuhfladen auf der Weide!), und
39 Pflanzenarten: z.B. Späte Goldrute, Luzerne, Wegwarte, Schafgarbe und kleinköpfiger Pippau sowie
5 verschiedene Pilzarten am und im Graben.
Beim Bestimmen all der Tiere und Pflanzen hat uns die App Obsidentiify geholfen.
Anfang September haben wir auch das auf dem Hof selbst angebaute Gemüse und Obst im Hofladen gezählt: Wir sind auf insgesamt 59!!! verschiedene Arten und Sorten gekommen. Was für eine große Vielfalt!
Zuerst waren wir uns noch nicht sicher, was wir mit unseren Entdeckungen auf dem Hof
anfangen sollten. Wir haben uns gefragt, wie wir diese Vielfalt an Pflanzen auch in die Stadt bringen könnten. So sind wir auf die Idee gekommen, aus
einem alten Kaugummi-Automaten einen Samenkugel-Automaten zu bauen und auf dem Gut Rothenhausen zu fragen, ob wir ihn dort aufhängen dürfen.
Gegen einen kleinen Erlös kann man sich dort bald unsere 100% handgemachten Samenkugeln kaufen. So ermöglichen wir es, Artenvielfalt ganz einfach
für
kleines Geld aus der Jackentasche zu verbreiten und so unseren Beitrag für eine schöne und vielfältige Umwelt zu leisten.
Vorher aber musste der alte Kaugummi-Automat noch besorgt, gesäubert, umgebaut und bunt bemalt werden.
Außerdem ging es darum, das Samenkugel-Rezept so zu abzuwandeln, dass die Kugeln ohne Plastikhülle im
Automaten nicht kaputt gehen.
Übrigens, die Pflanzen und Tiere, die die NAJUs auf den Automaten gemalt haben, sind fast alles Arten, die wir auch auf den Weiden von Gut
Rothenhausen gefunden haben und zum Teil auch die Arten, die als Samen in den Samenkugeln stecken.
Alle Fotos: NAJU-Gruppe Reinfeld-Nordstormarn